kndw-ev

Geschichte im Weserbergland neu freigelegt

Meldung

Römische Münzfunde und Brandbestattungen in Derby entdeckt

Nach einem Bericht der BBC haben Studierende von York Archaeology gemeinsam mit ehrenamtlichen Helfern und Derby Museums in den Kampagnen August 2025 und August 2026 auf den Darley Playing Fields im…

Römische Münzfunde und Brandbestattungen in Derby entdeckt

Nach einem Bericht der BBC haben Studierende von York Archaeology gemeinsam mit ehrenamtlichen Helfern und Derby Museums in den Kampagnen August 2025 und August 2026 auf den Darley Playing Fields im Derbyer Stadtteil Little Chester römische Münzen, Keramikfragmente und einen Krug mit Leichenbrand freigelegt. Die Grabungsfläche liegt unmittelbar am River Derwent am Rand der Ryknield Street, einer überregionalen Römerstraße durch Derbyshire, die hier das antike Derventio erschloss. Die Projektleitung liegt laut BBC bei Laura Parker von der Bürgerinitiative We Dig Derventio.

Befundlage und Vorgängerschnitte

Das Areal war bereits 2013 und 2014 im Rahmen des Hochwasserschutzprojekts Our City Our River partiell geöffnet worden. Damals angelegte Sondagen zur Bewertung des Hochwasserrisikos hatten eine gut fundierte römische Straße freigelegt, in deren Umfeld Werkstatt- und Gebäudestrukturen sowie Schlacke, Eisenwerkzeuge und Mühlsteine als Indikatoren für lokale Metallverarbeitung dokumentiert worden waren. Die aktuellen Schnitte greifen dieses Planumsraster auf und konzentrieren sich nach BBC-Angaben auf einen Abschnitt unweit der Ryknield Street. Parker beschreibt die Fundsituation als geschlossen dicht: nahezu jeder Spatenstich liefere Keramik, die Münzen fielen als kleine, korrodierte Stücke an, die nach rund 1.600 Jahren erstmals wieder ans Tageslicht gelangten.

Datierung und methodische Anknüpfungspunkte

Einen stratigraphischen Anker liefert nach BBC-Angaben ein Keramikfragment mit einem erhaltenen Töpferabdruck, das auf das Jahr 120 n. Chr. datiert wird. Das Stück soll laut Parker auf der Racecourse-Spielfläche oder in Belper gefertigt worden sein und damit den direkten Fingerabdruck eines römischen Töpfers aus der Mitte des 2. Jahrhunderts bewahrt haben. Unabhängig von diesem Einzelobjekt bleibt die chronologische Spannweite über beide Grabungssommer systematisch zu sichern. Methodisch wäre relevant, ob die dokumentierten Befunde aus den Schnitten 2013 und 2014 sauber mit den aktuellen Neufunden korrelieren oder ob Störhorizonte dazwischen liegen, die eine kontinuierliche Schichtenfolge unterbrechen. Parker kündigt laut BBC eine Fortsetzung der Kampagne im August des Folgejahres an, sofern die Finanzierung steht; als Hauptziel wird die Ausbildung von Nachwuchskräften benannt, wobei die ehrenamtlichen Beteiligten regelmäßig eigenständig zur Befunddokumentation beitrügen.