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Geschichte im Weserbergland neu freigelegt

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Archäologische Entdeckung: Mittelalterliche Wehranlage bei Saint-Georges-de-Didonne freigelegt

Das französische Nationalinstitut für präventive Archäologie (Inrap) dokumentiert nach Angaben des Fachportals HeritageDaily auf einer 6.475 Quadratmeter großen Fläche in Saint-Georges-de-Didonne…

Archäologische Entdeckung: Mittelalterliche Wehranlage bei Saint-Georges-de-Didonne freigelegt

Das französische Nationalinstitut für präventive Archäologie (Inrap) dokumentiert nach Angaben des Fachportals HeritageDaily auf einer 6.475 Quadratmeter großen Fläche in Saint-Georges-de-Didonne (Charente-Maritime) die Überreste einer mittelalterlichen Wehr- und Siedlungsanlage, deren aufgehende Substanz vollständig verschwunden ist. Im Zentrum stehen zwei konzentrische Gräben der einstigen Château de Didonne: Der innere Graben erreicht 15 Meter Breite und mindestens 6,5 Meter Tiefe, der äußere bleibt mit etwa 2,7 Metern deutlich flacher. Schriftliche Quellen belegen die Anlage seit dem 11. Jahrhundert; im Hundertjährigen Krieg kontrollierte sie den Zugang zur Gironde-Mündung.

Befestigungsbau in Zahlen

Der innere Graben wird an der Innenkante von einem massiven Felsdamm begleitet, dessen dokumentierte Breite zehn Meter erreicht; die tatsächliche Ausdehnung bleibt unbekannt, da die Plateaukante über das Grabungsfeld hinausläuft. Den Damm stützt ein stufenförmiger Schuttwall von mindestens fünf Meter Höhe, der später mit Mergel und einer Vegetationsschicht abgedeckt wurde. Seinen Kern bilden organische oder kalkige Ablagerungen, die nach derzeitigem Befund weitgehend aus dem Aushub des Grabens selbst stammen dürften. Der Befund datiert nicht später als ins 12. Jahrhundert und belegt die Ressourcen, die in die Sicherung des Standorts flossen. Eine zentrale Frage der laufenden Untersuchung betrifft die Baugeschichte beider Gräben: Wurden sie in einem Zug angelegt oder wurde der äußere Graben erst nachträglich hinzugefügt, als die Wehrtechnik eine Erweiterung erforderte?

Spuren der Vorburg

Außerhalb der Kernbefestigung hatte sich eine mittelalterliche Siedlung entwickelt, die Hang und Plateau überzog. Im Befund treten vor allem unterirdische Silos zur Erntevorratshaltung hervor, daneben Pfostengruben für Holzgebäude und ein Netz kleinerer Gräben, das Parzellen und Wege strukturierte. Mindestens zwei Brunnen sind bereits dokumentiert. Diese Funde zeigen, dass die Grabungsfläche nicht nur eine militärische Anlage, sondern auch den zugehörigen Wirtschafts- und Wohnbereich erfasst. Für die Auswertung entscheidend wird sein, ob sich stratigraphisch eine Phasengliederung der Siedlungsschichten gegen die Grabenkanten abgrenzen lässt.

Warum ein zweiter Blick nötig wurde

Der Standort der Anlage erklärt sowohl die einstige Investition als auch den späteren Bedeutungsverlust: Das Kalksteinplateau über dem versumpften Riveau-Tal bot Sicht auf die Dünenkette der Atlantikküste und damit auf die Schifffahrtswege Richtung Gironde. Was von der Anlage an der Oberfläche blieb, ist heute auf den Flurnamen Le Châta und ein Netz auffälliger Grabenstrukturen reduziert. Die laufende Inrap-Grabung baut auf einer archäologischen Voruntersuchung aus dem Jahr 2012 auf und erfolgt im Vorfeld des Baus von Sozialwohnungen – ein Musterfall präventiver Archäologie, in dem nur die Rettungsgrabung den baulichen Bestand einer mittelalterlichen Zentralörtlichkeit dokumentieren kann, bevor er endgültig überbaut wird.