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Geschichte im Weserbergland neu freigelegt

Meldung

Archäologische Entdeckungen bei Tonnerre: Vom gallischen Oppidum zur mittelalterlichen Stadt

Nach Angaben von HeritageDaily trägt Inrap derzeit auf dem Montbellant-Hügel bei Tonnerre im burgundischen Département Yonne rund 750 Quadratmeter Baufläche vor der Errichtung eines Einfamilienhauses ab.

Archäologische Entdeckungen bei Tonnerre: Vom gallischen Oppidum zur mittelalterlichen Stadt

Die Grabung erfasst über zwei Meter mächtige Ablagerungen mit Besiedlungsphasen vom ersten Jahrhundert v. Chr. bis in das ausgehende Mittelalter. Weniger als 50 Meter entfernt hatte Inrap bereits 2024 eine Fläche untersucht, deren Befunde die Entwicklung Tonnerres vom gallischen Oppidum bis in die mittelalterliche Epoche belegen.

Stratigraphie und Schnittführung

Der obere Schichtaufbau ist vom hohen Mittelalter geprägt. Zahlreiche Gruben und Schnittbefunde durchschlagen ältere Horizonte und entfernen diese teilweise vollständig. An der Oberfläche oft schwer zu erkennen, werden ihre Konturen erst beim Anschnitt im anstehenden Kalkstein scharf. Die Grabungsleitung legt mehrere Profile an, um die stratigraphische Abfolge und die räumlichen Beziehungen der einzelnen Strukturen zueinander zu klären. Gearbeitet wird schichtweise abwärts, bis der natürliche Kalkstein erreicht ist. Auf dem Weg dorthin ist jede weitere Besiedlungsphase einzeln zu dokumentieren, bis die gallische Erstbesiedlung des ersten Jahrhunderts v. Chr. freigelegt ist.

Substanz am Rand der Grabungsfläche

Am Rand des Areals liegt ein größeres mittelalterliches Gebäude mit mehreren Räumen und deutlichen Spuren wiederholter Umbauten. Ein Raum enthält einen teilweise direkt in den Kalkstein eingetieften Keller. Der Zugang erfolgt über eine sorgfältig gesetzte Steintreppe; der Keller selbst schneidet Gruben älterer Perioden und wurde im Mittelalter gezielt verfüllt. Direkt daneben überdauert in geringfügig höherer Lage ein noch älterer unterirdischer Bau aus römischer Zeit. Eine nachträglich eingebrochene Türöffnung belegt die komplexe Bau-, Umnutzungs- und Auflassungsabfolge innerhalb des Gebäudes.

Ein zweiter Raum lieferte ein Gewölbe mit talwärts gerichtetem Eingang. Der Zugang brach in eine verdeckt darunterliegende, ältere Grube ein. Die nachsackende Verfüllung riss Teile von Mauerwerk und Gewölbe in den Hohlraum mit. Mehrere keilförmige Steine des Bogens, sogenannte Voussoirs, ließen sich aus dem Versturz bergen.

Kontext und Ausblick

Mit den laufenden Befunden verdichtet sich das Bild einer rund 1.500-jährigen Besiedlungsgeschichte des Montbellant-Hügels, dessen Oberstadt am Ende des Mittelalters aufgegeben wurde. Die Kombination aus großer Schichtmächtigkeit und hoher Befunddichte verlangt eine engmaschige Profil- und Planumsdokumentation. Zu beobachten bleibt, wie weit die gallische Phase im Zentrum der Fläche tatsächlich erreicht wird und welche Strukturen sie hinterlassen hat.