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Geschichte im Weserbergland neu freigelegt

Meldung

Archäologische Entdeckungen in Bayeux: Mittelalterliche Handwerksviertel und Gräberfelder

Wie Medievalists.net berichtet, haben Archäologen des Departements Calvados vor Beginn der Umbauarbeiten am Bayeux Tapestry Museum ein rund 7.000 Quadratmeter großes Areal untersucht. Sie dokumentierten etwa 500 Befunde und knapp 300 Gräber aus dem 10.

Archäologische Entdeckungen in Bayeux: Mittelalterliche Handwerksviertel und Gräberfelder

bis 12. Jahrhundert. Für eine Rettungsgrabung in urbanem Kontext liefert die Untersuchung einen klar abgegrenzten Datensatz, an dem sich auch hiesige Vorhaben im Weserbergland methodisch messen lassen müssen.

Befunddichte und Erfassung

Die überplante Fläche entspricht in etwa einem größeren innerstädtischen Bauabschnitt. 500 dokumentierte Befunde auf 7.000 m² sprechen für eine flächendeckende Freilegung, nicht für eine klassische Sondierung. Für Projekte im Weserbergland heißt das: Wo vor einer Baumaßnahme nur einzelne Suchschnitte angelegt werden, bleibt ein erheblicher Anteil der Befunde im Untergrund unsichtbar. Die hohe Zahl von knapp 300 Gräbern verweist zudem auf einen bislang nicht überbauten Bestattungshorizont im direkten Vorfeld des Museums — eine Konstellation, wie sie im Umfeld mittelalterlicher Sakralbauten auch entlang der Weser zu erwarten ist.

Erhaltene Infrastruktur: Gerberei und Färberei

Hervorzuheben sind holzverschalte Gruben und Einrichtungen für das Gerberei- und Färbereigewerbe. Deren Überlieferung setzt in der Regel anaerobe Bedingungen voraus — dichte Versiegelung oder wassergesättigte Verfüllung. Vergleichbare Erhaltung wäre im Weserbergland allenfalls in organogenen Schichten der Talaue zu erwarten. Funde dieser Art liefern organisches Material für 14C-Datierungen sowie für archäobotanische und archäozoologische Anschlussproben — Ressourcen, deren Sicherung bei vielen kommunalen Vorhaben erst noch in den Leistungskatalog aufgenommen werden müsste.

Methodische Parallele und regionale Bezugspunkte

Parallel zu Bayeux ist nach WELT aus Deersheim die Freilegung zweier römischer Feldbacköfen aus gebranntem Lehm dokumentiert, die in ein Marschlager des 3. Jahrhunderts gehören. Auch dort erfolgte die Datierung mittels Radiokarbonanalyse an Holzkohleproben durch das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt. Wer im Weserbergland eine eigene Grabung vorbereitet, sollte vorab drei Punkte klären: Sicherung von Holz- und Holzkohleproben für eine 14C-Bestimmung, Festlegung des Aufmaßverfahrens (Tachymeter oder GNSS) und die Frage, ob archäozoologische und archäobotanische Probenahmen im Leistungskatalog vorgesehen sind. Der „Tag des offenen Denkmals" mit den Stationen Dammstraßenbrücke und Johannishospital in Hildesheim ist nach der bisherigen Ankündigung der nächste Anlass, vergleichbare Methodenfragen direkt am Befund zu diskutieren.