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Geschichte im Weserbergland neu freigelegt

Meldung

Grotta Romanelli: Skelettfunde aus Apulien stammen aus dem Mittelalter

Wie Medievalists.net berichtet, galten drei Skelette aus der Grotta Romanelli bei Castro in Apulien über ein Jahrhundert als Belege des Jungpaläolithikums. Neue AMS-Radiokarbondatierungen an Rippenproben weisen die Reste nun dem 14. und 15. Jahrhundert zu.

Grotta Romanelli: Skelettfunde aus Apulien stammen aus dem Mittelalter

Funde neu datiert: Grotta Romanelli rückt ins Mittelalter

Methodisch ist der Vorgang ein klarer Fall – und über die Region hinaus relevant.

Befundlage und Fundgeschichte

Die Höhle wurde zwischen 1900 und 1904 erstmals systematisch untersucht, durch den Naturforscher und Maler Paolo Emilio Stasi gemeinsam mit dem Paläontologen Ettore Regàlia. Beide stießen auf einen annähernd vollständigen Erwachsenen und zwei teilweise erhaltene Kleinkinder. Der adulte Fund lag etwa 1,2 m unter der heutigen Höhlenoberfläche, die Kinder etwa 1 m. Beide wurden den sogenannten „Terre Brune" zugeordnet – einer Schicht mit pleistozänen Tierknochen und Herdstellen. Luigi Pigorini wandte 1904 ein, dass spätere Grablegen in ältere Ablagerungen eingedrungen sein könnten; das Fehlen von Beigaben erschwerte die Einordnung. Die Sammlung kam 1914 an das Anthropologische Museum der Universität Neapel Federico II, wurde im 20. Jahrhundert mehrfach verlagert und in den 1990er-Jahren wieder zugänglich gemacht. Die Studie erscheint im Journal of Anthropological Sciences.

Methodische Konsequenzen

Die Direktdatierung mit Beschleuniger-Massenspektrometrie liefert erstmals absolute Daten am Skelett selbst. „Romanelli 1", der Erwachsene, datiert demnach auf AD 1302–1369 oder 1379–1411. Nach Angaben von Maria Nicolaci (Sapienza Rom, Abteilung Biologie und Biotechnologie „Charles Darwin") belegen die Funde eine spätmittelalterliche Bestattungsnutzung der Höhle. Die Einordnung der „Terre Brune" und aller darin geborgenen Anthropologica muss neu bewertet werden. Befund: stratigraphische Annahmen aus Altgrabungen sind ohne direkte Radiokarbonbeprobung am Knochen nur vorläufig. Für vergleichbare Sammlungen – auch in der Region – gilt, dass Fundkomplexe ohne C14-Datierung nicht ungeprüft als Epochenbeleg in Ausstellungen oder Synthesen einfließen sollten. Was die laufenden Arbeiten unter Raffaele Sardella zur Mehrphasennutzung der Höhle noch ergeben, bleibt abzuwarten.