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Geschichte im Weserbergland neu freigelegt

Meldung

Wie die Dürre in Wales verborgene archäologische Schätze freilegt

Commission on the Ancient and Historical Monuments of Wales (RCAHMW) bei Flugkampagnen über ausgetrocknetem Grünland in Wales archäologische Befunde dokumentiert, die teils seit 20 bis 30 Jahren nicht mehr aus der Luft sichtbar waren.

Wie die Dürre in Wales verborgene archäologische Schätze freilegt

Der Juli erreichte lediglich rund fünf Prozent der durchschnittlichen Niederschlagsmenge; seit Mitte Mai herrscht im Osten und Nordosten des Landes anhaltende Trockenheit.

Befundlage aus der Luft

Die trockenen Bedingungen erzeugen die typischen Cropmarks. Wo Gräben, Gründungen oder Hohlformen den Boden auflockern, hält die Vegetation länger Restfeuchte und Nährstoffe. Sie wächst höher, dunkler und dichter – aus der Luft bilden sich zweidimensionale Strukturbilder. Der RCAHMW-Luftarchäologe Dr. Toby Driver hat in dieser Saison folgende Strukturen erfasst: am Caerhun Roman Fort in Conwy bisher unbekannte Details vergrabener römischer Bausubstanz, Parchmarks von Übungsgräben aus dem Ersten Weltkrieg unter einem Golfplatz bei Deganwy (Conwy), ein nicht registriertes eisenzeitlich-römisches Doppelgraben-Gehöft bei Llandysul (Ceredigion), ein rechteckiges neolithisches Long Barrow bei Welshpool (Powys) mit einer Datierung von rund 5.000 Jahren sowie eine mögliche eisenzeitliche Viehpferchstruktur bei Lampeter (Ceredigion).

Methodik und Witterungsfenster

Die Sichtbarkeit der Cropmarks ist kurzlebig. Nach den ersten Niederschlägen verschwinden die Vegetationskontraste innerhalb weniger Wochen. Die Flüge operierten von Haverfordwest und Caernarfon Airport, gemeinsam mit Piloten von FlyWales. Bei schwacher Ausprägung der Marken werden die Farbkanäle digital rebalanciert, bis die Befunde hervortreten – die Bilder werden schwarz-weiß ausgegeben. Die Ergebnisse werden an Cadw und regionale archäologische Teams sowie an Nationalparkbehörden übermittelt. Letztere nutzen dieselben Bildflüge zur Dokumentation von Wildfeuerschäden. Sämtliche Aufnahmen fließen in das National Monuments Record of Wales ein.

Die Saison 2026 war nach Drivers Angaben windreich, was längere Überlandflüge erschwerte. Noch vor wenigen Jahren wartete die Luftarchäologie fünf bis sieben Sommer auf ein vergleichbares Ereignis; mittlerweile trete es im Zweijahresrhythmus auf.

Einordnung für die Prospektion im Weserbergland

Die walisischen Befunde sind methodisch ein klarer Beleg: Trockenphasen schaffen Fernerkundungsfenster, die in den gemäßigten Breiten Europas tendenziell häufiger werden. Für die archäologische Prospektion im Weserbergland heißt das, dass auch hier bislang nicht erfasste Grabenwerke – vor allem eisenzeitliche und mittelalterliche Strukturen – unter entsprechender Witterung als Cropmarks erscheinen können. Eine systematische fluggestützte Erfassung in Trockenjahren wäre die konsequente Anschlussaufgabe, fehlt bislang aber als Routine.