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Geschichte im Weserbergland neu freigelegt

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Archäologische Spurensuche: Neue Untersuchungen auf dem Schlachtfeld von Grunwald

Wie HeritageDaily unter Berufung auf die Polnische Presseagentur PAP berichtet, bereiten in der Wojewodschaft Ermland-Masuren rund 40 Sondengänger, Archäologen und Museumsfachleute eine systematische…

Archäologische Spurensuche: Neue Untersuchungen auf dem Schlachtfeld von Grunwald

Neue Sondierung auf dem Schlachtfeld von Grunwald 1410

Wie HeritageDaily unter Berufung auf die Polnische Presseagentur PAP berichtet, bereiten in der Wojewodschaft Ermland-Masuren rund 40 Sondengänger, Archäologen und Museumsfachleute eine systematische Begehung des historischen Schlachtfelds von 1410 vor. Die Kampagne der laufenden Woche konzentriert sich auf den zentralen Abschnitt des Geländes, auf dem am 15. Juli 1410 die vereinigten Truppen des Königreichs Polen und des Großfürstentums Litauen auf den Deutschen Orden trafen. Über ein Jahrzehnt systematischer Prospektion hat das Kampfgebiet bereits weitgehend eingegrenzt; verbliebene methodische Lücken stehen im Fokus der laufenden Untersuchung.

Lückenschluss im Kernareal

Museumsdirektor Szymon Drej erklärte gegenüber PAP, die laufende Untersuchung solle die bekannten Lücken im zentralen Teil des Schlachtfelds schließen. Befunde aus den Vorjahren hätten die Kampfzone bereits hinreichend genau umrissen. Nun werden bislang unbegangene Flächen westlich und nördlich des Hauptschlachtfelds sondiert; gleichzeitig werden ausgewählte Punkte früherer Kampagnen nachkontrolliert. Im März lief bereits eine Vorphase bei dem Dorf Leszcz, das Historiker als möglichen Sammelpunkt des polnisch-litauischen Heeres auf dem Marsch Richtung Dąbrówno ansehen. Dort wurde neben einer bislang nicht erfassten Fundstelle aus der Römischen Kaiserzeit auch eine tartarische Münze des frühen 15. Jahrhunderts geborgen.

Prospektion, Befunddichte und Heeresstellung

Die systematische archäologische Untersuchung der Grunwald-Felder läuft seit 2014. Bis heute wurden hunderte Hektar Ackerland mit Metalldetektoren begangen. Referenzpunkt der gesamten Auswertung bleibt die 1411 errichtete Schlachtkapelle, in deren Umfeld die Überreste von rund 250 Gefallenen bestattet wurden. Viele weitere Grabstätten sind bislang nicht lokalisiert. Über die statistische Auswertung der Funddichte von Waffen, Ausrüstungsteilen und sonstigen kampfbezogenen Objekten wird das Bild von Heeresstellung und Kampfverlauf zunehmend geschärft. Der bisherige Befundstand verortet die Heere vor der Schlacht bei Grunwald und Łodwigowo; besonders intensive Gefechte werden entlang der Verbindungsroute zwischen beiden Orten angenommen. Das Lager des Deutschen Ordens wird an jener Stelle vermutet, an der Großmeister Heinrich von Plauen später den Bau der Gedenkkapelle veranlasste.

Fundspektrum und museale Aufarbeitung

Aus den Grunwald-Feldern liegt eine umfangreiche Sammlung mittelalterlicher Militärfunde vor. Am häufigsten geborgen wurden Armbrustbolzen, Pfeilspitzen, Sporen und Teile der Pferdeausrüstung. Hinzu kommen Streitäxte, Schwertfragmente, gepanzerte Handschuhe und Gürtelbeschläge. Münzen sowohl des Deutschen Ordens als auch des jagiellonischen Herrschaftsbereichs belegen die Aktivität beider Seiten. Seltener sind Mantelspangen des Ordens mit der Inschrift „Ave Maria" sowie ein mittelalterliches Siegel mit einem seine Jungen nährenden Pelikan. Die bedeutendsten Stücke werden im Museum der Schlacht bei Grunwald konserviert und ausgestellt. Eine abschließende Gesamtkartierung des Schlachtfelds ist bislang nicht erreicht.