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Geschichte im Weserbergland neu freigelegt

Meldung

Dig hopes to uncover Scotland's 6,000-year-old farming origins

Wie die BBC berichtet, hat eine archäologische Grabung bei Sprouston in den schottischen Borders begonnen, die Aufschluss über die frühneolithische Landnahme Schottlands geben soll.

Dig hopes to uncover Scotland's 6,000-year-old farming origins

Im Zentrum steht ein segmentierter Graben, der nach geophysikalischen Voruntersuchungen als möglicher Causewayed Enclosure interpretiert wird. Sollte sich der Befund bestätigen, wäre dies nach Angaben der Grabungsleitung die nördlichste bekannte Anlage dieses Typs.

Ausgangslage: Crop Marks und Geophysik

Die ersten Hinweise auf das Areal stammen aus den 1970er-Jahren, als Luftbilder charakteristische Bewuchsanomalien – sogenannte Crop Marks – auf den Flusswiesen am Tweed zeigten. Neuere Befliegungen und geomagnetische Messungen haben die unter der Ackerkrume liegenden Strukturen inzwischen verifiziert. Das Befundbild umfasst Gräben und Baulichkeiten, die stratigrafisch vom frühen Neolithikum bis in das Mittelalter reichen. Die laufende Grabung konzentriert sich zunächst auf den Hauptbefund, den segmentierten Graben, dessen Datierung über die offene Schnittfläche erfolgen soll.

Erste Grabungsergebnisse

Bereits in der ersten Grabungswoche konnte ein Fundspektrum geborgen werden, das die bereits dokumentierte Mehrphasigkeit bestätigt. Genannt werden mesolithische Schneidewerkzeuge mit einem geschätzten Alter von rund 8.000 Jahren, neolithische Schaber, ein eisenzeitliches Steingewicht, Tierknochen mit Schnittspuren sowie eine nicht näher zugeordnete Kupferlegierungsmünze, vermutlich aus römischer Zeit. Archäologin Cathy MacIver betont, dass ein gesicherter frühneolithischer Befund die Annahme korrigieren würde, solche Anlagen seien auf den Süden Großbritanniens beschränkt.

Methodische Einordnung

Die Kombination aus Fernerkundung, geophysikalischer Prospektion und gezielter Schnittöffnung folgt einem Standard, der sich auch in der regionalen Befundpraxis bewährt hat. Für die Auswertung sind mehrere Monate Datierung und Laboranalyse vorgesehen; die Ergebnisse fließen in das Projekt Destination Tweed ein, das fünf weitere archäologische Fundstellen am Flusslauf bündelt. Beobachten lässt sich hier vor allem, wie ein vorab klar konturierter Hauptbefund durch minimalinvasive Vorerkundung so vorbereitet wird, dass die offene Fläche gezielt und reproduzierbar dokumentierbar bleibt – ein Vorgehen, das auch bei der Bewertung von Erdwerken im Weserbergland den methodischen Maßstab setzt.