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Geschichte im Weserbergland neu freigelegt

Meldung

Trockenheit legt verborgene Grundrisse eines mittelalterlichen Jagdschlosses frei

Nach Bericht der BBC traten die Reste des Gebäudes aus dem 15.

Trockenheit legt verborgene Grundrisse eines mittelalterlichen Jagdschlosses frei

ende Sommertrockenheit hat im Manor Park in Sheffield die Grundrisse eines mittelalterlichen Jagdschlosses sichtbar gemacht. Nach Bericht der BBC traten die Reste des Gebäudes aus dem 15. Jahrhundert als Verfärbungen im Oberboden zutage, ausgelöst durch die Trockenheit, nicht durch Grabungen. Das Phänomen, Parch Marks, ist aus der Prospektion bekannt: unterirdische Strukturen verändern die Wasserversorgung der Grasnarbe und werden bei Trockenstress als Schattenrisse lesbar.

Methodische Einordnung

Dr. Hannah Wallace, Learning and Interpretation Coordinator der Green Estate, gibt an, sie habe in fünf Jahren Tätigkeit die Reste des Jagdschlosses nie zuvor so deutlich im Gras gesehen. Ergänzend lieferten Drohnenaufnahmen aus niedriger Flughöhe den zusammenhängenden Grundriss. Dr. Camilla Allen vom Department of Landscape Architecture der University of Sheffield ordnet den Befund methodisch ein: bei einer Dürre dieser Dauer würden verschiedene, sonst unsichtbare Schichten der Stadtgeschichte an die Oberfläche treten. Für die Dokumentation vor Ort bedeutet das, Bodenbegehung und Luftbild synchron anzulegen und die Polygone der Verfärbungen tachymetrisch einzumessen.

Datierung und historischer Kontext

Erstmals urkundlich belegt ist das Jagdhaus 1479, als George Talbot, 4. Earl of Shrewsbury, Reparaturen finanzierte. Es lag innerhalb eines mittelalterlichen Hirschparks und diente als Nebenresidenz zum Sheffield Castle. Ein späteres Tudor-Herrenhaus auf demselben Areal beherbergte in den 1570er und 1580er Jahren Maria Stuart in Haft. Im 18. Jahrhundert wurden die meisten Tudor-Bauten abgerissen, lediglich das Turret House steht noch. Das Jagdschloss selbst wurde laut BBC gegen Ende des 16. Jahrhunderts systematisch abgetragen und sein Material weiterverwendet. Grabungen in den 1960er und 1970er Jahren durch Sheffield City Museums, Freiwillige und Schülergruppen hatten bereits Glas, Keramik und Hirschknochen freigelegt.

Was bleibt für die eigene Befundaufnahme

Für den hiesigen Raum zeigt der Fall, dass extreme Sommer auch im Weserbergland Wüstungsflächen und ältere Hofstellen kurzzeitig lesbar machen können. Erste Indikatoren sind Verfärbungen, Trockenrisse und ungleichmäßiger Graswuchs auf historisch überbauten Parzellen, sichtbar oft nur wenige Tage. Eine systematische Begehung mit Tachymeter und Drohne, koordiniert mit den Denkmalbehörden, kann solche ephemeren Befunde sichern, bevor der nächste ergiebige Regen den Oberboden wieder verschließt.